Anzuchterde selber mischen: Günstig und perfekt
Gute Anzuchterde ist die Basis für gesunde Jungpflanzen. Doch fertige Produkte aus dem Baumarkt sind oft zu nährstoffreich, zu dicht oder enthalten Trauermücken-Eier. Die Lösung: Mische deine eigene Aussaaterde.
Das Grundrezept
- 1 Teil reifer, gesiebter Kompost: Liefert Spurenelemente und Bodenlebewesen
- 1 Teil Sand (gewaschen, kalkfrei): Sorgt für Drainage und Durchlüftung
- 1 Teil Kokoserde (aufgequollen): Hält Feuchtigkeit, ist strukturstabil und torffrei
Warum nährstoffarm?
Keimlinge brauchen in den ersten Wochen keine Düngung — sie leben von den Nährstoffen im Samenkorn. Zu nährstoffreiche Erde führt zu weichem, langem Wachstum (Vergeilung) und anfälligen Pflanzen. Die Wurzeln wachsen in nährstoffarmer Erde besser, weil sie aktiv nach Nährstoffen suchen müssen.
Keimfrei machen
Um Unkrautsamen und Krankheitserreger abzutöten, kannst du die fertige Mischung im Backofen sterilisieren: 30 Minuten bei 150 °C in einer flachen Schale. Es riecht nach Wald — aber danach hast du keimfreies Substrat. Alternative: Die Mischung in der Mikrowelle 10 Minuten bei voller Leistung erhitzen.
Zusätze für Spezialisten
Für Tomaten und Paprika kannst du eine Handvoll Perlite (vulkanisches Gestein) untermischen — das verbessert die Drainage. Für Kräuter-Aussaat etwas mehr Sand verwenden. Mische immer in größeren Mengen — die Erde hält sich trocken gelagert monatelang.
Tipp: Berechne deinen Erdebedarf für die Saison in Erntekreis und dokumentiere, welche Mischung bei welchen Kulturen am besten funktioniert hat.